27.07.-02.08.2009 - 2CV-Welttreffen im Most (Tschechien)

Alle zwei Jahre treffen sich EntenfahrerInnen aus allen Länder zum 2CV-Welttreffen. 2009 kam das Völkchen erstmals nach Tschechien, 2011 ist wieder Frankreich (Salbris) angesagt und noch dazu 50 Jahre Ami6.


Mit unserem weißen Ami8 und dem Anhänger Lumpinchen samt Zelt hieß es am 27. Juli Abfahrt zum 2CV-Welttreffen nach Most/Tschechien. Most, ca. 100km nördlich von Prag in Richtung Chemnitz gelegen, ist ein ehemaliges Braunkohlerevier. In der kommunistischen Ära wurde dort alles weggebaggert, die Ortskirche über 800m zwischen alte Industriehallen verschoben, der Rest der alten Stadt zerstört. Als wir am späten Nachmittag ankamen wußten wir das noch nicht; wir wollten einfach zum 2CV Welttreffen. Für dieses waren ca 30ha Wiesen im Gelände der Trabrennbahn reserviert, zum Campen und Abstellen von ca 3000 Citroen A Modellen. Nun, die Eintrittskarten hatten wir mit, nicht aber die Wegbeschreibung zum Hypodrom. Und nun waren wir in Mitten von Plattenbauten und ohne Wegweiser. Nach einer Weile cruisen stießen wir auf Enten und fuhren ihnen einfach hinterher. An diesem Tag war nur Einlaß für die Vorverkaufskunden, aber der Platz war bereits gesteckt voll. Falls ihr jemals an so was teilnehmt, zwei Dinge sind besonders wichtig: viele Meter patriotisches (rot-weiß-rotes) Absperrband und ein Campingklo. Egal, wir fanden schließlich einen Platz fürs Zelt und hatten unsere erste unruhige Nacht.

AMI8 mit Anhänger Lumpinchen Hypodrom Most Hypodrom Most Hypodrom Most - unser Platz Hypodrom Most - Unsere französischen Nachbarn pflegten schon immer einen etwas anderen Lebensstil Hypodrom Most - Teilestand von Jozzo Arzberger


Das Welttreffen in Tschechien war top organisiert. Es gab jeden Tag bis tief in die Nacht Programm, es gab unzählige Stände, nicht nur den Teilemarkt, auch zum Essen und Trinken gab es alles am Platz. Man hätte die ganze Woche nur am Platz bleiben können, und viele taten dies auch. Citroen A Modelle aller Art waren zu sehen, das sind 2CV, Dyane, Ami und Mehari. Sie sind technisch ähnlich aufgebaut, haben den Rahmen, die längs liegenden Federtöpfe, den 2-Zylinder Boxer. Im Detail gibt es wie bei allen Marken sehr viele kleine und größere Unterschiede. Und so sind auch wir mal einen ganzen Tag über den Platz patrolliert, mit dem Focus auf die kleinen Unterschiede der einzelnen Jahrgänge des Ami6.

Toute Petite Voiture, kurz TPV, der Prototyp der Ente. Hier ein Nachbau, überlebt haben den Krieg nur drei AMI6 Berline AMI6 Break AMI6 Break AMI6 Berline - war auch 2001 in Seeboden beim Welttreffen Hypodrom Most Most Skyline mit Burg


Nun aber auch Hochkultur! Wir sind die Umgebung abgefahren, wir haben die Böhmische Küche genossen. Wir waren auf der Burg von Most, wir waren in Kaaden (Kadan), in Leitmeritz (Litomerice) und in Teresienstadt (Terezin), mehrmals an der Eger und der Elbe. Wir waren in unzähligen, verschlafenen Dörfern mit und ohne Namen, auf der Heimfahrt noch in Kladno bei Prag. Die Burg von Most ist top renoviert, der Ausblick unglaublich. In der Ferne 3000 Citroen, ein Meer von Plattenbauten, die Bahnlinie. In die andere Richtung das Autodrom, wo man auch noch 2CV rasen konnte. Natürlich brachten uns nicht die Füße, sondern der Ami hinauf.

Burg Most Burg Most Blick zum Hypodrom Blick auf Kirche und Bahnhof Blick auf Autodrom


Leitmeritz: Wir parkten in einer verwinkelten Seitengasse. Das Parken am Hauptplatz kostet schon Geld, wußten wir nicht, aber vermuteten wir richtig. Dafür speisten wir am Hauptplatz im ersten Haus am Platz, wie man so schön sagt, und bereuten es nicht. Bereist dieses Land, solange es noch Kronen gibt. Der Hauptplatz ist wunderschön und renoviert. Die Stadt hat Leben. Wir waren dann noch drüben, am anderen Hügel bei und in der Stephanskirche. Hier Ruhe.

Litomerice - Blick auf die Stephanskirche Litomerice - Hauptplatz Litomerice - Hauptplatz Litomerice - Hauptplatz Litomerice - Hauptplatz Litomerice - Hauptplatz Litomerice - Stephanskirche


Theresienstadt (Terezin) ist ein unrühmlicher Ort. Erst Garnisonsstadt, nach 1914 Gefängnis für den Sarajewo Attentäter, unter den Nazis Durchgangs-KZ und Propagandaopfer Hitler schenkt den Juden eine Stadt, nach dem Krieg Internierungslager für Deutsche, dann wieder Garnison im Kommunismus. Heute gibt es mehrere Gedenkstätten, die Stadt selbst ist teils verlassen. Langsam verfallende Gebäude in K&K Stil bieten ein eigenartiges, depressives Flair.


Terezin - kleine Festung Terezin - alte Befestigungsanlage Terezin - Jüdischer Friedhof Terezin - Mahnmal


Kaaden (Kadan), wieder eine sudetendeutsche Stadt, die Einwohner wollten 1919 bei Österreich bleiben und bekamen von den Tschechen eins auf die Mütze. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker galt für sie ebenso wenig wie für die Südtiroler. Der Marktplatz, das Stadtzentrum ist feinst renoviert. Wir aßen etwas unterhalb des Hauptplatzes in einem netten Restaurant. Die Buchteln waren vom Feinsten!

Kadan - Altstadt Kadan - Altstadt Kadan - Altstadt Kadan - Altstadt Kadan - Altstadt Kadan - Altstadt Kadan - Altstadt

Für uns eine gelungene Reise, bei der wir auch die Heimfahrt ruhig angingen und durch die Dörfer über Kladno um Prag herumfuhren. Prag ist schließlich eine eigene Reise wert.

Kladno - Rathaus


Dass unser Ami auf den 1000 Kilometern keinerlei Probleme machte, ist beinahe nicht mehr erwähnenswert.

Mehr Infos zum Welttreffen gibt es hier: www.2cv2009.cz

Heike


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